24 April 2007

wir sitzen in der roef.
die gäste sind am nachmittag von board gegangen,das ist gut, die letzten beiden wochen waren anstrengend.
tagsüber seemannsgetue und abends bespaßung a la frank sinatra. das hält keiner lange durch.
das chartergeschäft ist keine hollywoodschaukel...

endlich gehört die tjalk wieder uns.
5 flaschen rotwein stehen leer auf dem tisch.
wir sind quasi schon besoffen.
ich ziehe die nächste flasche auf und kippe zwei bakkies randvoll.
breit grinsend prosten wir uns zu und schütten schnell nach...

die musik krachlaut.wir pfeifen auf hafenruhe, wer will sich auch beschweren? heimathafen, stavoren, man kennt uns und weiß, dass es schlauer ist, sich nicht zu beklagen.
zweimal schon bin ich overboard zum stromkasten getorkelt, um noch eine münze nachzuwerfen, damit unsere kleine feier bloß nicht ins stocken gerät.

unser spiel heißt party dictator.

einer legt ein stück musik auf, der andere springt auf und wühlt in der cd-oder schallplattenkiste, um die nächste nummer auszusuchen. kein lied darf zu ende laufen, wichtiger ist, an entscheidenden stellen die stoptaste zu drücken oder die nadel von der rille zu zerren, dann hektisch neue töne aufzulegen.
die roef sieht aus wie ein explodierter plattenladen. cases, cover, silberlinge, platten überall...wir bleiben in bewegung und sind ganz zufrieden.

meneer ist an der reihe. sucht, findet, legt auf, dreht am amp nochmal kräftig nach rechts.

exit music for a film..

das beruhigt uns ein wenig.
meneer dreht den volumeknopf nach links zurück.

- ich habe angst.
- wovor hast DU angst?
- ich will nicht nur ein lekker skipper sein.
- ?
- du bist mehr als ein lekker maat, ich habe das gefühl, da ist was zwischen uns und wenn ich dich jetzt küsse, dann wird alles anders.
- da ist nichts zwischen uns.
- ?
- wir sind tipsy, dronken und bedröhnt. das ist alles.
- alles?
- alles.
- morgen ist alles ok?
- don't captain, here speaks your panic.. vielleicht saufen wir heut nacht noch ab? wil je graag met de wind gaan praten?

dafür küsst er mich.

noch bevor thom yorke jaulen darf:

“...now we are one in everlasting peace...”

habe ich in die plattenkiste gegriffen, zielsicher die cha cha gefischt,seite eins, nummer 4 aufgelegt:

sweet sweet memories...floor van zutphen

er löst ab mit
spooky...dusty springfield...

we are back in groove...burning down de roef!

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Hach! Wunnerschön, liebes A! Wunnerschön.....geht ganz leise wieder raus....